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Wichtig Zutrittskontrolle Score: 8/10

Atlas Access: TKH Security bringt cloudbasierten digitalen Schlüssel

TKH Security stellt mit Atlas Access ein cloudbasiertes Zutrittskontrollsystem vor, das Schlüssel und Karten durch das Smartphone ersetzt.

Was ist passiert?

Der Sicherheitstechnik-Anbieter TKH Security hat mit Atlas Access ein cloudbasiertes Zutrittskontrollsystem vorgestellt, das klassische Schlüssel und Zutrittskarten überflüssig machen soll. Der Einlass erfolgt stattdessen ausschließlich per Smartphone. Carsten Keite, Geschäftsführer der TKH Security GmbH mit Sitz in Erkrath, bezeichnet den digitalen Schlüssel als „das Instrument der Zukunft“ in der Zutrittskontrolle.

Die Details

Atlas Access richtet sich laut Hersteller insbesondere an Unternehmen, Immobilienverwalter und Betreiber von Mehrmieter-Objekten. Ziel ist es, den administrativen Aufwand bei der Verwaltung von Zutrittsberechtigungen und Nutzern zu reduzieren. Technisch basiert die Lösung auf einer App sowie einer Webplattform, die bewusst auf den Aufbau einer eigenen Nutzerdatenbank verzichtet. Stattdessen koppelt sich das System an bestehende Identitätsplattformen wie Microsoft Entra ID.

Berechtigte Personen erhalten über einen mobilen Token auf dem Smartphone Zugang zu Türen, ohne dass ein physischer Schlüssel oder eine Karte erforderlich ist. Auch der Besuchereinlass ist in das System integriert: Nutzergruppen-Owner können externe Personen eigenständig hinzufügen oder digitale Schlüssel per E-Mail, AirDrop oder Messenger-Dienst teilen. Die Registrierung erfolgt automatisch über einen QR-Code und berücksichtigt zuvor festgelegte Zeit- und Bereichsbeschränkungen.

Für Immobilien mit mehreren Mietparteien bietet Atlas Access die Möglichkeit, im Webportal individuell festzulegen, welche Schlösser für welche Mieter und deren Mitarbeitende freigegeben werden. So entstehen für jede Mietpartei eigene, abgegrenzte Zugangsprofile. In puncto Datenschutz wird die Lösung nach Angaben von TKH Security DSGVO-konform in einem Rechenzentrum in Deutschland gehostet. Zutrittsdaten werden dabei temporär gespeichert und nach 30 Tagen automatisch gelöscht, können bei Bedarf jedoch vorher heruntergeladen und gesichert werden.

Einordnung

Mit wachsenden Standort- und Nutzerzahlen steigt bei klassischen Zutrittssystemen der Verwaltungsaufwand spürbar – Facility-Teams verlieren laut Hersteller häufig den Überblick über separate Zutrittsdatenbanken. Atlas Access setzt genau hier an: Da keine eigene Datenbank gepflegt werden muss, übernimmt das System Änderungen automatisch aus der unternehmenseigenen Identitätsverwaltung. Damit reiht sich TKH Security in einen Branchentrend ein, der sich von isolierten Einzellösungen hin zu Systemen bewegt, die sich nahtlos in bestehende IT-Identitätsinfrastrukturen integrieren.

Diese Entwicklung ist für die Zutrittskontrollbranche relevant, weil sie zeigt, wie stark sich physische Sicherheitstechnik und IT-Identitätsmanagement zunehmend verzahnen. Anstatt parallele Systeme für Zutritt und digitale Identität zu betreiben, sollen Unternehmen künftig eine einzige, zentrale Quelle für Berechtigungen nutzen können – mit entsprechenden Vorteilen für Administration, Nachvollziehbarkeit und Aktualität der Zugangsdaten.

Praxis-Tipps

  • Unternehmen und Immobilienverwalter sollten prüfen, welche Identitätsplattform sie bereits im Einsatz haben, da eine Anbindung an Systeme wie Microsoft Entra ID Voraussetzung für die nahtlose Nutzung solcher Lösungen ist.
  • Bei Mehrmieter-Objekten lohnt sich eine klare Definition individueller Zugangsprofile pro Mietpartei, um Verwaltungsaufwand und Fehlerquellen zu minimieren.
  • Da Zutrittsdaten nur temporär gespeichert und nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden, sollten Betreiber frühzeitig klären, ob und wie Daten für Dokumentations- oder Nachweiszwecke vorher gesichert werden müssen.
  • Die Möglichkeit, digitale Schlüssel per E-Mail, AirDrop oder Messenger zu teilen, erleichtert die Besucherverwaltung – hierbei sollten Zeit- und Bereichsbeschränkungen sorgfältig konfiguriert werden, um unautorisierten Zugang zu vermeiden.

Ausblick

Mit Atlas Access positioniert sich TKH Security klar in Richtung einer Zukunft ohne physische Schlüssel und Karten. Die Integration in bestehende Identitätsplattformen statt separater Insellösungen dürfte für viele Unternehmen und Immobilienverwalter ein entscheidendes Argument sein, da sich dadurch der administrative Aufwand in der Nutzerverwaltung reduzieren lässt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Art der cloudbasierten, smartphone-zentrierten Zutrittskontrolle gegenüber etablierten Systemen am Markt durchsetzt und welche weiteren Anbieter diesem Trend folgen werden.