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Wichtig Zutrittskontrolle Score: 7/10

eCLIQ Flash: Assa Abloy bringt ersten Mobilfunk-Schlüssel für Zutrittskontrolle

Assa Abloy stellt mit eCLIQ Flash den ersten elektronischen Schlüssel mit eigener Mobilfunkverbindung vor – Berechtigungen per NB-IoT und LTE-M ohne Smartphone.

Was ist passiert?

Assa Abloy hat mit dem eCLIQ Flash nach eigenen Angaben den weltweit ersten elektronischen Schlüssel mit integrierter Mobilfunkverbindung auf den Markt gebracht. Der Schlüssel ruft neue Schließberechtigungen direkt über die Mobilfunkstandards NB-IoT (Narrowband Internet of Things) und LTE-M (Long Term Evolution for Machines) aus der Verwaltungssoftware CLIQ Web Manager ab. Ein Smartphone ist dafür nicht erforderlich – ein Knopfdruck auf dem Schlüssel genügt. Die Vorstellung erfolgte anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Marke Ikon, das Assa Abloy am 10. und 11. September in Berlin feierte.

Die Details

Bislang mussten Nutzer elektronischer Schließsysteme Berechtigungsaktualisierungen entweder über einen stationären Updater oder über ein Smartphone als Schnittstelle vornehmen. Der eCLIQ Flash schließt diese Medienlücke, indem er selbstständig über Mobilfunk mit der Cloud kommuniziert. Neue Berechtigungen gelangen so unmittelbar aus dem CLIQ Web Manager auf den Schlüssel.

Technisch kombiniert Flash NB-IoT und LTE-M, die sich bei Reichweite und Verfügbarkeit ergänzen. NB-IoT zeichnet sich durch hohe Gebäudedurchdringung aus und funktioniert auch dort, wo andere Funkverbindungen an Grenzen stoßen, etwa in Technikräumen oder Kellergeschossen. Die Datenübertragung im eCLIQ-System ist Ende-zu-Ende mit AES-128 verschlüsselt. Administratoren verwalten die Schließberechtigungen browserbasiert im CLIQ Web Manager, können Änderungen standortunabhängig vornehmen und Ereignisse nachvollziehen.

Anders als bisherige eCLIQ-Schlüssel verfügt der Flash über einen integrierten Akku, der per USB-C geladen wird. Eine Ladung reicht laut Hersteller für einen Monat bei 800 Schließungen, mehreren hundert Berechtigungsaktualisierungen und diversen Statusmeldungen. Nach einer Entladung um 80 Prozent ist der Akku innerhalb von zwei Stunden wieder vollständig geladen. Der Schutzgrad IP 67 ermöglicht den Einsatz im Freien, optische und akustische Signale ergänzen die Ausstattung.

Mit Flash wächst das eCLIQ-Portfolio auf fünf Schlüsselvarianten: Basic, Professional, der Bluetooth-fähige Connect, der energieautarke Spark sowie der neue mobilfunkfähige Flash. Alle Varianten passen zu den über 60 verfügbaren eCLIQ-Schließzylindertypen und lassen sich innerhalb einer Anlage im Mischbetrieb einsetzen. Parallel zum Marktstart von Flash wurde auch der eCLIQ Spark in einer zweiten Generation überarbeitet – mit markanterem Design, Kunststoffschieber und verbesserter Funktionsstabilität im Inneren. Der Spark erzeugt die Energie für den Schließvorgang weiterhin selbst und benötigt keine Batterie oder keinen Akku.

Einordnung

Für die Zutrittskontrolle in weitläufigen und räumlich verteilten Schließanlagen bedeutet der eCLIQ Flash eine Vereinfachung bisheriger Abläufe. Erhält etwa ein Servicetechniker unterwegs einen zusätzlichen Auftrag, kann der Administrator die benötigte Berechtigung direkt im CLIQ Web Manager vergeben – der Techniker ruft sie per Knopfdruck ab, ohne einen stationären Updater aufsuchen zu müssen. Bei zahlreichen Standorten, wechselnden Einsatzteams und externen Dienstleistern summiert sich dieser Vorteil zu einem relevanten Zeit- und Kostenfaktor.

Gleichzeitig entfallen die organisatorischen und technischen Abhängigkeiten smartphonegestützter Verfahren. Nicht jeder Mitarbeiter oder externe Dienstleister verfügt über ein geeignetes Firmenhandy, und IT-Sicherheitsrichtlinien untersagen häufig die Nutzung privater Geräte oder die Installation zusätzlicher Apps. Unterschiedliche Betriebssysteme, Softwarestände und mögliche Bluetooth-Verbindungsprobleme entfallen beim Flash, da weder App noch Endgerät noch Bluetooth-Kopplung benötigt werden. Das reduziert den Aufwand für Geräteverwaltung, Einweisung und Fehleranalyse und macht Updates sowie Validierungsprozesse nach Angaben des Herstellers sicherer und effizienter.

Praxis-Tipps

  • Betreiber mit großen, räumlich verteilten Anlagen – etwa Industrieareale, Energieversorger oder technische Infrastrukturen – sollten prüfen, ob der eCLIQ Flash organisatorische Abläufe bei Berechtigungsvergabe und -aktualisierung vereinfachen kann.
  • Da alle fünf eCLIQ-Schlüsselvarianten zu den über 60 verfügbaren Zylindertypen passen und im Mischbetrieb nutzbar sind, lässt sich der Flash ergänzend zu bestehenden Schlüsselmedien einführen, ohne vorhandene Zylinder auszutauschen.
  • Für Teams mit häufig wechselnden Nutzern oder externen Einsatzkräften kann der Verzicht auf Smartphone und App die Ausgabe und Handhabung der Schlüssel spürbar vereinfachen.
  • Die Akkulaufzeit von rund einem Monat bei typischer Nutzung sowie die kurze Ladezeit über USB-C sollten in die Planung von Wartungs- und Ladezyklen einbezogen werden.
  • Der Schutzgrad IP 67 macht den Flash auch für Außenbereiche geeignet – relevant etwa für Zylinder an Außentoren oder auf Betriebsgeländen.

Ausblick

Der eCLIQ Flash sowie der überarbeitete eCLIQ Spark der zweiten Generation sollen noch 2026 über den Fachhandel erhältlich sein. Mit der direkten Mobilfunkanbindung positioniert Assa Abloy den Flash als Ergänzung für Einsatzszenarien, in denen Verfügbarkeit, physische Sicherheit und digitale Sicherheit gleichermaßen hohe Anforderungen stellen. Wie sich die Technologie im praktischen Betrieb gegenüber etablierten Bluetooth- und Updater-basierten Verfahren bewährt, wird sich nach Markteinführung zeigen.