Was ist passiert?
Eine aktuelle YouGov-Studie mit dem Titel „Digitalisierungsbedarfe von Unternehmen 2026", die im Auftrag von 1&1 Versatel durchgeführt wurde, zeigt: Viele Cyber-Risiken in deutschen Unternehmen sind hausgemacht. Befragt wurden 533 Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen zwischen dem 5. und 13. Januar 2026. Im Zentrum der Ergebnisse stehen zwei zentrale Schwachstellen: wachsende Gefahren durch Social Engineering sowie eine mangelnde Resilienz der eigenen IT-Infrastruktur, etwa durch fehlende Backups und Redundanzen.
Die Details
Der Anteil der Unternehmen, die Social Engineering – also die gezielte Manipulation von Mitarbeitenden zur Erlangung sensibler Informationen oder zum Umgehen von Sicherheitsmaßnahmen – als relevantes Risiko einstufen, ist seit 2024 um ein Drittel gestiegen: von 15 auf 20 Prozent. Parallel dazu nennen 18 Prozent der Befragten fehlende Redundanz und Backups als konkrete Schwachstelle ihrer IT-Infrastruktur.
Technische Bedrohungen dominieren weiterhin das Risikobewusstsein der Unternehmen: 47 Prozent nennen DDoS-Angriffe, 31 Prozent Malware als relevante Gefahr. Gleichzeitig rückt der „Faktor Mensch" zunehmend in den Fokus. Phishing, manipulierte Anrufe oder gefälschte Identitäten können selbst moderne Schutzsysteme umgehen. 35 Prozent der befragten Unternehmen sehen menschliches oder organisatorisches Versagen als erhebliches Sicherheitsrisiko.
Bei den Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen zeigt sich ein gemischtes Bild: 40 Prozent der Unternehmen haben bereits investiert, weitere 31 Prozent planen entsprechende Ausgaben. Dennoch verfügt fast ein Drittel der Unternehmen noch immer über keine konkrete Sicherheitsstrategie.
Frank Rosenberger, CEO von 1&1 Versatel, ordnet die Ergebnisse ein: „Cyber-Sicherheit endet nicht bei Mitarbeitern oder Firewalls. Ohne redundante Anbindungen, stabile Netze und durchdachte Backup-Strategien bleiben Unternehmen verwundbar. Sicherheit beginnt bei der Infrastruktur."
Einordnung
Die Studienergebnisse verdeutlichen einen wichtigen Trend: Während klassische technische Bedrohungen wie DDoS-Angriffe und Malware nach wie vor im Bewusstsein der Unternehmen dominieren, gewinnen organisatorische und menschliche Faktoren zunehmend an Bedeutung. Social Engineering setzt gezielt an der Schwachstelle Mensch an und kann selbst technisch gut abgesicherte Systeme unterlaufen, wenn Mitarbeitende manipuliert werden.
Bemerkenswert ist zudem, dass fast ein Drittel der Unternehmen trotz wachsender Bedrohungslage bislang keine konkrete Sicherheitsstrategie verfolgt. Dies zeigt eine deutliche Lücke zwischen wahrgenommenem Risiko und tatsächlichem Handeln. Gerade die Kombination aus fehlenden Backups, mangelnder Redundanz und unzureichender Sensibilisierung der Belegschaft schafft ein Einfallstor, das Angreifer gezielt ausnutzen können.
Für Unternehmen aus dem Bereich der Sicherheitstechnik ist diese Entwicklung ebenfalls relevant: Physische Sicherheitsmaßnahmen wie Zutrittskontrollsysteme oder Videoüberwachung sind zunehmend vernetzt und damit selbst potenzielle Angriffsflächen für Cyber-Attacken. Eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie muss daher IT-Sicherheit und physische Schutzmaßnahmen zusammendenken.
Praxis-Tipps
- Sicherheitsstrategie entwickeln: Unternehmen ohne konkretes Sicherheitskonzept sollten dies als Priorität behandeln, da hier laut Studie noch erheblicher Nachholbedarf besteht.
- Backup- und Redundanzkonzepte etablieren: Fehlende Backups wurden von 18 Prozent der Befragten als Schwachstelle genannt – regelmäßige, redundante Datensicherungen sind ein grundlegender Baustein der Resilienz.
- Mitarbeitende sensibilisieren: Da Social Engineering als Risiko deutlich zugenommen hat, sollten Schulungen zur Erkennung von Phishing, manipulierten Anrufen und gefälschten Identitäten fester Bestandteil der Sicherheitskultur sein.
- Infrastruktur als Sicherheitsfaktor begreifen: Resiliente Netzanbindungen und stabile IT-Landschaften sind laut der zitierten Einschätzung von 1&1 Versatel eine notwendige Grundlage, auf der weitere Sicherheitsmaßnahmen aufbauen.
- Investitionen konsequent fortsetzen: Die 31 Prozent der Unternehmen, die Investitionen planen, sollten diese zügig umsetzen, um die Lücke zu den bereits investierenden 40 Prozent zu schließen.
Ausblick
Die Studie macht deutlich, dass sich das Risikobewusstsein in deutschen Unternehmen wandelt: Weg von einer rein technischen Betrachtung von Cyber-Bedrohungen, hin zu einem ganzheitlicheren Verständnis, das organisatorische Schwächen und den Faktor Mensch stärker einbezieht. Der deutliche Anstieg der Wahrnehmung von Social Engineering als Risiko dürfte sich angesichts der zunehmenden Professionalisierung entsprechender Angriffsmethoden fortsetzen.
Anbieter wie 1&1 Versatel positionieren sich zunehmend als Partner für ausfallsichere und geschützte Netzinfrastrukturen – von der Konnektivität bis zu Managed Security Services. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Themen Resilienz, Backup-Strategien und Mitarbeitersensibilisierung in den kommenden Jahren voraussichtlich noch stärker in den Fokus rücken werden, um die bestehende Lücke zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Absicherung zu schließen.