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Wichtig Branche & Markt Score: 8/10

Security Essen 2026: KRITIS-Schutz und Verteidigung erstmals vereint

Vom 22. bis 25. September 2026 zeigt die Security Essen mit rund 500 Ausstellern neue Schwerpunkte: Bevölkerungsschutz, KI und erstmals die parallele Defence-Messe EUDEX.

Was ist passiert?

Vom 22. bis 25. September 2026 findet die Security Essen statt, eine der zentralen Messen der internationalen Sicherheitsbranche. Rund 500 Aussteller aus mehr als 40 Nationen präsentieren auf über 40.000 Quadratmetern in den Hallen 2, 5, 6, 7 und 8 sowie der Galeria ihre Lösungen. Neu in diesem Jahr ist die parallel stattfindende Euro Defence Expo (EUDEX), ein eigenständiges Messeformat, das gezielt die Verteidigungsindustrie adressiert und in den Hallen 3 und 4 untergebracht ist. Damit treffen erstmals ziviles und militärisches Sicherheitswesen unter einem gemeinsamen Messedach aufeinander.

Die Details

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Security Essen 2026 liegt auf dem Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Laut Julia Jacob, Projektleiterin der Security Essen, wächst die Liste potenzieller Angriffsziele stetig, während gleichzeitig der regulatorische und technologische Druck auf Betreiber, Errichter und Hersteller zunimmt. Die Messe reagiert darauf mit einem neuen Pocket Planner, in dem Aussteller ihre KRITIS-Lösungen positionieren können. Ein Lageplan zeigt dabei, welche Lösungen angeboten werden und wie sie umgesetzt werden können.

Im Messekonzept spiegelt sich dieser Schwerpunkt in Halle 5 wider: Dort entsteht der neue Ausstellungsbereich Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung. Gleichzeitig bündelt diese Halle erstmals die Schlüsseltechnologien Videoüberwachung, Künstliche Intelligenz, Drohnen und Robotik unter einem Dach.

Die neue Euro Defence Expo richtet sich gezielt an Akteure der Verteidigungsindustrie. Im Fokus stehen laut Julia Jacob Landtechnologien, Drohnen, KI und Dual-Use-Anwendungen, die die Verbindung zur Security Essen schaffen. Ein großer Bereich widmet sich der ABC-Abwehr, in dem militärische und zivile Anwendungen ineinandergreifen. Mehr als 300 Aussteller aus über 20 Nationen zeigen dort ihre Lösungen. Zusätzliche internationale Aufmerksamkeit erhält das Gelände durch die parallel stattfindende Jahreskonferenz des NATO Joint Air Power Competence Centre (JAPCC), zu der hochrangige militärische Vertreter erwartet werden.

Die klassischen Themenfelder der Security Essen bleiben erhalten: elektronische und mechanische Sicherheitstechnik, Zutrittskontrolle, Perimeterschutz, Brandschutz sowie Cybersicherheit. Halle 6 deckt Zutritt, Mechatronik, Mechanik und Systeme sowie Perimeterschutz ab. Halle 7 widmet sich Brand- und Einbruchschutz sowie integrierten Sicherheitssystemen. Halle 8 thematisiert die Vernetzung von physischer und digitaler Sicherheit, unter anderem mit Lösungen aus den Bereichen Digitalisierung und Digital Network & Security. Das 2024 eingeführte Thema Sonderschutzfahrzeuge findet in der Galeria Platz, in Halle 2 befindet sich der asiatische Gemeinschaftsbereich.

Zu den Unternehmen, die sich frühzeitig ihre Teilnahme gesichert haben, zählen Hekatron, NSC Sicherheitstechnik, Deister Electronic, ABI-Sicherheitssysteme, Rohde & Schwarz und Ajax Systems. Advancis und Milestone präsentieren Lösungen für Sicherheits- und Gefahrenmanagement. Assa Abloy, Dormakaba, Salto und Telenot zeigen Innovationen rund um Zutrittskontrolle und Gebäudesicherheit. Im Bereich intelligenter Video- und Perimetersicherheit sind unter anderem Axis Communications, Dallmeier und Strops vertreten.

Einordnung

Die Zusammenlegung von ziviler Sicherheitsmesse und Verteidigungsindustrie-Format unter einem Messedach ist ein deutliches Signal dafür, wie sehr sich sicherheitspolitische Fragen in Europa verändert haben. Julia Jacob verwies darauf, dass sich die Bedeutung von Verteidigung durch die globalen Konflikte in Gesellschaft und Politik stark gewandelt habe. Das Zusammenspiel von Security Essen und EUDEX werde zusätzliche Besuchergruppen aktivieren, so ihre Prognose.

Für die Sicherheitsbranche ist dies relevant, weil sich technologische Entwicklungen wie KI-gestützte Bedrohungserkennung, Drohnen und Robotik zunehmend über die klassischen Grenzen zwischen zivilem und militärischem Einsatz hinweg entwickeln. Die neue Hallenstruktur mit dem Bereich Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung sowie der Bündelung von Video, KI, Drohnen und Robotik in Halle 5 bildet diese Konvergenz ab.

Praxis-Tipps für Messebesuchende

  • Wer sich gezielt über KRITIS-Lösungen informieren möchte, sollte den neuen Pocket Planner nutzen, der Aussteller und Lösungen zum Thema übersichtlich auf einem Lageplan darstellt.
  • Für Fachbesuchende aus den Bereichen Zutrittskontrolle, Mechatronik und Perimeterschutz lohnt sich ein gezielter Rundgang durch Halle 6.
  • Wer sowohl die Security Essen als auch die Euro Defence Expo besuchen möchte, muss zwei separate Tickets buchen – ein Security-Essen-Ticket berechtigt nicht automatisch zum Zutritt zur EUDEX. Das zusätzliche Ticket ist über den Ticketshop unter www.eurodefenceexpo.de erhältlich.
  • Für Nachwuchskräfte und Ausbildungsinteressierte bietet der Tag der Aus- und Weiterbildung am 22. September, organisiert in Kooperation mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, gezielte Einblicke in Berufe der Branche.

Ausblick

Das Rahmenprogramm der Security Essen 2026 unterstreicht die thematische Ausrichtung: Am 22. September finden der Tag der Blaulichtorganisationen sowie der Tag der Aus- und Weiterbildung statt. Die DNS Conference beschäftigt sich mit Digitalisierung, Live-Hacking und dem Deep Web. Am 23. und 24. September lockt die Europäische Drohnenfachtagung, die von Innenminister Herbert Reul eröffnet wird und sich mit Einsatzmöglichkeiten moderner Drohnentechnologie für Sicherheit, Gefahrenabwehr und den Schutz Kritischer Infrastrukturen befasst. Am 25. September folgt mit dem KRITIS-Spotlight ein neuer Programmpunkt, der sich den Auswirkungen des KRITIS-Dachgesetzes und den künftigen Anforderungen an KRITIS-Betreiber widmet.

Angesichts der laut Veranstalter außergewöhnlich hohen Nachfrage nach Standflächen bereits Monate vor Messebeginn zeichnet sich ab, dass die Security Essen 2026 mit ihrer neuen Struktur und der Kombination aus ziviler und militärischer Sicherheitstechnik einen wichtigen Branchentreffpunkt darstellen wird. Ein Tagesticket kostet 49 Euro, geöffnet ist die Messe Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr sowie Freitag von 9 bis 16 Uhr.