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KI-Videotechnologie wird zum Business-Enabler: Vom Sicherheitstool zur strategischen Ressource

KI-gestützte Videosysteme entwickeln sich vom reinen Sicherheitsinstrument zu strategischen Business-Tools. Ein aktueller Report zeigt den Wandel.

Was ist passiert? - Kernfakten der Videotechnik-Entwicklung

KI-unterstützte Videosysteme durchlaufen einen fundamentalen Wandel: Sie entwickeln sich von reinen Sicherheitslösungen zu strategischen Business-Enablers. Der neue Axis Perspectives Report zeigt, dass sich die Nutzung von Videotechnologie für Business Intelligence innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hat – von 20 auf 38 Prozent.

42 Prozent der befragten Unternehmen nutzen die Technologien mittlerweile aktiv zur Steigerung der betrieblichen Effizienz, um beispielsweise Arbeitsabläufe oder logistische Prozesse zu optimieren oder Ressourcen in Echtzeit zu verwalten. Im Vorjahr 2024 waren es noch 38 Prozent.

Ein praktisches Beispiel liefert Arcelor Mittal in Belgien: Dort sind über 2.700 Netzwerkkameras von Axis Communications im Einsatz, die weit über die klassische Überwachung hinausgehen und kritische Produktionsprozesse steuern.

Die Details - Praxiseinsatz in der Stahlindustrie

In den belgischen Stahlwerken von Arcelor Mittal transportieren Kräne tonnenschwere Pfannen mit bis zu 300 Tonnen geschmolzenem Stahl. Bei diesen kritischen Abläufen dürfen keine Fehler passieren, da sowohl Produktionsunterbrechungen als auch erhebliche Risiken für Mitarbeitende entstehen können.

Die KI-gestützten Netzwerkkameras übernehmen hier mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Überwachung der Produktionsprozesse in Echtzeit
  • Unterstützung bei Qualitätsprüfungen
  • Automatisierte Kontrolle sicherheitskritischer Abläufe

Beim Transport von geschmolzenem Stahl überprüft eine KI-Anwendung auf der Netzwerkkamera noch vor dem Anheben der Pfannen automatisch, ob die Kranhaken korrekt positioniert und vollständig verriegelt sind. Erkennt das System eine Abweichung, wird der Hebevorgang blockiert und ein Alarm ausgelöst.

Integration in bestehende Systeme

Die Anwendung ist direkt in die Steuerung des Krans integriert und gibt den Vorgang erst frei, wenn die sichere Befestigung bestätigt wurde – entweder durch die KI-Anwendung oder durch eine manuelle Kontrolle nach dem Vier-Augen-Prinzip.

Vor dem Einsatz der intelligenten Kamerasysteme mussten Mitarbeitende an den Produktionslinien häufig zehn bis 20 Live-Videostreams gleichzeitig überwachen, um Materialflüsse, Prozessschritte und Qualitätsparameter im Blick zu behalten. In bestimmten Situationen war zudem eine Kontrolle direkt an der Anlage erforderlich, was zusätzliche Wege und Unterbrechungen im Produktionsablauf bedeutete.

Einordnung - Warum dieser Wandel relevant ist

Der Axis Perspectives Report dokumentiert einen fundamentalen Paradigmenwechsel in der Videotechnologie-Branche. Wie Tobias Metsch, Regional Director Middle Europe bei Axis Communications, erklärt: "Aktuell beobachten wir, wie sich die Wahrnehmung von Videotechnologie in Unternehmen umfassend wandelt. Sie wird zunehmend als strategische Quelle für Daten, Erkenntnisse und Automatisierung im gesamten Unternehmen angesehen."

Diese Entwicklung bedeutet, dass Videosysteme nicht mehr nur reaktiv auf Sicherheitsvorfälle reagieren, sondern proaktiv zur Unternehmensoptimierung beitragen. Dadurch lassen sich laut Report die Produktivität steigern, Kosten senken und Automatisierung in großem Maßstab realisieren.

Reifegradmodell für KI-basierte Videotechnologie

Der Report stellt ein fünfstufiges Reifegradmodell für KI-basierte Netzwerk-Videotechnologien vor, das Unternehmen dabei unterstützt, von passiven und reaktiven Systemen auf proaktive, prädiktive und letztendlich autonome Prozesse umzusteigen. Dieses Modell ermöglicht es Führungskräften, den aktuellen Reifegrad ihres Unternehmens zu bewerten.

Praxis-Tipps - Strategische Umsetzung

Der Axis-Report liefert einen strategischen Fahrplan, wie Unternehmen Kameras aktiv in Entscheidungsprozesse integrieren und damit messbare Ergebnisse in kritischen Einsatzbereichen erzielen können.

Wichtige Aspekte für die praktische Umsetzung:

  • Integration der KI-Anwendungen direkt auf den Netzwerkkameras für optimale Performance
  • Nutzung offener Schnittstellen wie VAPIX für flexible Anpassungen ohne zusätzliche Infrastruktur
  • Bewertung des aktuellen Reifegrads der vorhandenen Videotechnologie
  • Schrittweise Entwicklung von reaktiven zu proaktiven und autonomen Systemen

Auch unter anspruchsvollen Bedingungen – etwa bei schwierigen Lichtverhältnissen und hohen Temperaturen an Produktionslinien – müssen die Kameras stabile und hochauflösende Bilder liefern können.

Ausblick - Was folgt aus dieser Entwicklung

Der Axis Perspectives-Report etabliert sich als jährlich erscheinender Bericht, der Einblicke, Hintergründe und strategische Prognosen zur sich wandelnden Rolle intelligenter Videotechnologie liefert. Er soll Partnern, Kunden und anderen Akteuren durch datengestützte Analysen und Expertenkommentare branchenübergreifend klare Zukunftsperspektiven und strategische Orientierung bieten.

Die rasante Entwicklung von 20 auf 38 Prozent bei der Business Intelligence-Nutzung innerhalb nur eines Jahres deutet darauf hin, dass sich dieser Trend weiter beschleunigen wird. Unternehmen, die ihre Videotechnologie bereits heute strategisch ausrichten, verschaffen sich wichtige Wettbewerbsvorteile.

Für Sicherheitsverantwortliche bedeutet dies eine Erweiterung ihres Aufgabenbereichs: Sie müssen nicht nur die klassische Sicherheitstechnik beherrschen, sondern auch verstehen, wie sich Videosysteme in umfassende Business Intelligence-Strategien integrieren lassen. Die Schnittstellen zu anderen intelligenten, vernetzten Technologien werden dabei immer wichtiger.